Dieses Blog wird es so wie es war nicht mehr geben.

Es gibt keine Fotos, keine Geschichten, usw. von Familienmitgliedern, ausser Charlotte, mehr.

Da ich aber soviele Anfragen für den geschlossenen Blog habe, die ich leider nicht alle einladen kann, gibt es hier hin und wieder neues über und von Charlotte.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Einschulungsfrust

Charlotte wird dieses Jahr Schulpflichtig
Mittlerweile freut sie sich darauf in die Schule zu kommen
sie spricht davon das sie mit Jannes und Mio und Julia usw in die Schule geht

Bis vor kurzem sah es auch danach aus das das so sein wird
Ich habe schon letztes Jahr und auch im Jahr davor bekannt gegeben das Charlotte hier im Dorf eingeschult werden soll, ich also auch nach dem Kindergarten die Inklusion/ Integration wünsche
Alle waren begeistert, jeder hat dem zugestimmt.
Sie wäre auch nicht das erste Kind mit Behinderung in dieser Schule.
Es wird zum kommenden Schuljahr eine inklusive Klasse eröffnet mit 6 Kindern mit Behinderung.
Leider wurde mir mitgeteilt das Charlotte nicht eines dieser 6 Kinder sein wird, denn sie ist die einzige mit DS und daher unerwünscht.
Die anderen 6 von denen nicht eines aus dem Dorf hier ist, haben eine Lernbehinderung.
Sie werden mit dem Taxi aus ihren Wohnorten abgeholt und hier hoch gefahren, während Charlotte 24km weit in eine andere Schule runter gefahren wird. 
Für mich ist das völlig unverständlich!
Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt das ich es Charlottes Menschenwürde schuldig bin sie in die Schule für geistige Behinderung zu geben!
Bitte was??? Ich dachte ich habe mich verhört, aber nein, soziale Integration sein viel weniger wichtig als die Förderung in einer Sonderschule.
Danach wurde mir das Schulgesetz unseres Landes vorgelegt.
Es gibt tatsächlich noch immer die Sonderschulpflicht in BW
und darin verankert ist auch, das die Kinder um ihre Sonderschulpflicht zu erfüllen, halt ins Heim oder eine Pflegefamilie müssen, wenn der Weg zu weit oder aber aus sonstigen Gründen nicht machbar ist.
Ich fasse es nicht, wie diskriminierend ist das bitte???
Lotte wäre jeden Tag je 1,5h für Hin und Rückfahrt unterwegs, ganz davon abgesehen das sie Auto fahren hasst, sie bleibt nicht angeschnallt, nicht sitzen und hüpft bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus dem Bus
der arme Schulbusfahrer hätte seine wahre Freude an Charlotte.
Da ist schon vorprogramiert worauf das hinaus läuft.
Dem Schulamt ist diese Problematik bekannt, die Heilpädagogin und auch die Sonderpädagogin die das Gutachten erstellt hat empfiehlt eine Wohnort nahe Lösung, aber leider leider hat Charlotte die falsche Behinderung.
Was also tun? Ich kann das so nicht hinnehmen, auch wenn es natürlich nicht schön ist Charlotte in eine Schule zu geben wo die Rektorin das Kind eigentlich nicht will. Aber eine Heimunterbringung geht garnicht unter keinen Umständen!!! 
Es gäbe noch eine tolle Montessorischule, auch nicht hier im Dorf, aber nicht so weit weg wie die Sonderschule, sie würden Lotte nehmen, praktizieren schon seid 8 Jahren wirkliche Inklusion. Aber das ist eine Privatschule mit monatlichen Kosten von 250€ die ich mir eigentlich nicht leisten kann. 

Kommentare:

Stefanie Rabenschlag hat gesagt…

Na, das ist ja eine komplexe Geschichte! Die Frage ist, an welcher Front soll man kämpfen? Oder nicht kämpfen?

chris hat gesagt…

Angeblich sollte das Schulgesetz sich bis zum nächsten Schuljahr ändern... so wurde es auf dem Inklusionstag in Lbg. gesagt...
Aber hier bei uns ist es auch nicht so einfach, und mir fehlt die Energie für weitere Kämpfe... dafür ist unsere G-Schule sehr gut und ganz in der Nähe...
Alles Gute und viel Kraft und Nerven...
Christine

Felix hat gesagt…

Das ist aber echt sch.... :-( Ich drücke die Daumen, dass ihr eine adäquate Lösung findet. Vielleicht gibt es ja irgendeine Möglichkeit, das Schulgeld aufzutreiben? Irgendeine Unterstützung von wem auch immer?? Mensch ist das blöd :-(

LG Katja

Anonym hat gesagt…

Das ist ja vielleicht Mies! So funktioniert doch eigentlich Inklusion: Man kennt sich seit dem Kindergarten, wächst zusammen auf - so entsteht Normalität! Ich finde das von der Direktorin unter aller Sau! Leider ist man als Eltern eines behinderten Kindes da in keiner guten Position, denn wenn die Lehrer/Schulleitung nicht mitziehen, dann ist das Projekt schon fast zum Scheitern verurteilt :(
Ach Mensch, das regt mich auf!

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Ich glaub's ja nicht .... immerwieder die alten, doofen Gründe ... was nun?
250 € Schulgeld könnten wir auch nicht aufbringen. Aber kannst Du vielleicht einen Zuschuss bekommen? Wer kann Euch da beraten?
Es ist so unfair. Als Robert vor 6 Jahren mit uns bei der Schuleinschreibung war hat der damalige Rektor vor dem Kind gesagt: "Das geht nicht mit so einem Kind. Wir sind hier eine Grundschule mit hohen Level, das soll so bleiben!"
Es gab noch andere solchen Frechheiten, wir wollten ihn dann gar nicht in dieser Grundschule haben. Leider erging es ihm dann aber in der zuständigen G-Schule noch viel schlechter, wie Du ja weisst.
Roberts Schulweg ist oft schon sehr traurig gewesen. Leider hör ich immerwieder solche Geschichten. Ich wünsche Euch so sehr, dass soetwas der Lotte erspart bleibt. liebe Grüsse, ich drück die Daumen, dass eine gute Lösung für das Kind gefunden wird.
Elisabeth

Uschi hat gesagt…

Hallo,
oh je ich kann dich verstehen. Gibt es in bei keinen Integrationsverein oder so? Die helfen in der Regel. Bei uns stellen die auch die Zusatzbetreuung.
Ich weiß nicht wie weit Eure Kraft reicht - Klagen über Grundgesetz? Gleichstellung? Jugendamt.
Gibt es eine normale Förderschule bei Euch vielleicht geht es ja da?
LG
Uschi
die solche Entscheidung nur wütend und traurig machen.


amelie hat gesagt…

Boah, ist das ätzend!!!! Ein Schlag ins Gesicht, oder tiefer. Mann, wie schrecklich müsst ihr Euch fühlen. Ich kann's nicht fassen, da wo alle vorher einverstanden waren...

Aber leider sind die Schulgesetze immer noch so, in vielen Ländern. Sie ändern sich, in Kürze, zwangsläufig. Aber Charlotte in eine Schule zu geben, wo man sich nicht auf sie freut, sie gerne in die Schulgemeinschaft integrieren möchte und auch bereit ist, dafür Ressourcen aufzubringen, ist sicher auch keine Lösung.

Ich würde mir die anderen beiden Schulen mal anschauen und gucken, wie sie euch und Charlotte gefallen. Montessori ist bestimmt toll! Vielleicht kriegt ihr das Geld ja doch zusammen? Es wäre sicher eine gute Investition. Hauptsache, Charlotte fühlt sich wohl und wird in ihrem Wunsch nach Lernen unterstützt. Zusammen mit anderen Kindern. Sind da auch andere Kinder mit DS?

Ganz liebe Grüße und viel Kraft und gute Gedanken!